Handlungsorientierte Interkulturalität

Titel der Fortbildung Handlungsorientierte Interkulturalität
Inhalt/Lernziele

Zwei Paradigmenwechsel liegen uns als Herausforderung vor:

Die neuere Fremdsprachendidaktik fordert uns auf, Prinzipien des handlungsorientierten Ansatzes anzuwenden und Lerner im Fremdsprachenunterricht mit Aufgaben (Task-based) zu konfrontieren, die sie in der Fremdsprache erledigen, oder sie auch mit Problemen in Berührung kommen zu lassen, die sie durch Strategien lösen (Problem-based) müssen. Weniger sichtbar scheint der handlungsorientierte Ansatz in dem Feld des kulturellen und interkulturellen Lernens.

Fast gleichzeitig entfernt sich die neueste Forschung über den Begriff des Interkulturellen (Abdallah-Pretceille, 2003; Dervin, 2010) von einem kulturalistischen Paradigma und wendet sich zu einem – nach Abdallah-Pretceille- hermeneutischen Paradigma, was auch Dervin unter dem Begriff der „Liquidität“ entwickelt. Trotzdem bleiben im Fremdsprachenunterricht Kulturstandards und Dimensionen als Basis (Thomas, 2004) beliebt.

Ausgehend von der Annahme, dass Fremdsprachenlernen den idealen pädagogischen Rahmen für kulturelles und interkulturelles Lernen darstellt, sollten wir uns mit der Frage seiner Implementierung sowie der Vermittlung der interkulturellen Kompetenz unter Einbeziehung dieser beiden Ansätze beschäftigen. Welche Wege stehen uns zur Verfügung, die neueren Begriffe zur Interkulturalität in einer handlungsorientierten Pädagogik zu integrieren? Wie lassen sich interkulturelle Kompetenzen handlungsorientiert aufbauen? Welche Modelle stehen uns zur Verfügung? Wie können wir dadurch unsere Studierende auf interkulturelle Interaktion besser vorbereiten und sie auf einen mehrsprachigen und mehrkulturellen Kontext vorbereiten?

In diesem Workshop werden wir die neueste Forschung zum Interkulturellen, ihre Verankerung in zwei entgegengesetzten Paradigmen (kulturalistisch vs. hermeneutisch (Abdallah-Pretceille, 2003) mit dem neueren Begriff der „Liquidität“ (Dervin, 2010) thematisieren. Wir werden dann mit diversen Modellen zum Aufbau interkultureller Kompetenz (Byram, 1997, GER, 2001, Deardorff, 2004, Autobiography intercultural encounters Byram, Barrett, 2009, FREPA-Projekt (ECML) arbeiten. Nach einem kurzen Impulsreferat werden wir uns sprachübergreifend oder sprachspezifisch Wege erarbeiten, Handlungsorientierung und Interkulturalität miteinander zu verzahnen.

Referentin Dr. Catherine Jaeger (Humboldt-Universität zu Berlin)
Datum, Uhrzeit Mittwoch, 25.07.2018, 9-13 Uhr
Arbeitseinheiten 4
Themenbereich B